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Ehrung der "Botschafter für gesunden Boden" am Bodentag 2020

von links: Johannes Schönauer, Dr. Monika Sobotik (via Internet aus Österreich zugeschaltet), Manfred Weller

 

Dr. Monika Sobotik - Wurzelforscherin

Die Wurzelforscherin hat 1964 die Gartenbauingenieurschule in Freising (Weihenstephan) besucht. Praktische Erfahrungen sammelte sie im Gemüsebau in einem biologisch dynamischen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und auf der Threefold Farm in Spring Valley, USA. Seit 1967 hatte sie die Möglichkeit bei Frau Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger an den Wurzelatlas-Bänden 2,3, 5 und 6 mitzuarbeiten. Bei den Bänden 4 und 7 war sie Mitautorin. 1983 Promovierte sie an der Universität Salzburg in der Fachrichtung Botanik und Biochemie und leitete die Abteilung Botanik und Pflanzensoziologie bis zur Pensionierung 2001. Währenddessen weitere Mitarbeit am Pflanzensoziologischen Institut bei Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger in Klagenfurt. Nach dem Tod von Prof. Dr. Lore Kutschera im Oktober 2008 führte sie das  Pflanzensoziologische Institut weiter. 2015 übersiedelte sie das Institut als Verein zur Förderung der Wurzelforschung – Pflanzensoziologisches Institut nach Bad Goisern am Hallstättersee. Im September 2020 erschien das neueste Buch „Pflanzenwurzeln, Wurzeln begreifen, Zusammenhänge verstehen und in der Praxis anwenden“ von Monika Sobotik und Kollegen im DLG Verlag.

Begründung der Jury

- IG-Mitglied seit 2020
- ihr unermüdlicher, jahrzehntelanger und bis heute andauernder Einsatz in der Erforschung der Wurzeln, deren Zusammenhänge und Bedeutung für den Boden, das Bodenleben und der Pflanzengesundheit
- Weitergabe ihres Wissens anhand von zahlreichen Wurzelausgrabungen und Bodenprofilen; ebenso durch Vorträge bei vielen landwirtschaftlichen Fachtagungen und Feldtagen
- unterstüzte mit Rat und Tat den Bodenentdeckungspfad "Mensch trifft Boden"

 

Johannes Schönauer - Hopfenbauberater / Landwirt mit Hopfen- und Marktfruchtbau

Abitur an der Fachoberschule Agrar in Landshut-Schönbrunn, Landwirtschaftsstudium an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Schwerpunkt Ökonomie. Danach im elterlichen Haupterwerbsbetrieb und seit 2 Jahren halbtags in der Hopfenbauberatung tätig. 10 Jahre intensive Beschäftigung mit dem Thema Erosionsschutz und Bodenaufbau im Ackerbau und speziell im Hopfenanbau. Entwicklung einer Methode, um im Hopfen vielfältige mehrjährige Begrünungen zu etablieren und so aus einer humuszehrenden Kultur eine humusmehrende Kultur zu machen. Herstellung und Verwertung betriebseigener Komposte zur Bodenverbesserung. Versuche im Bereich Agroforst zur Verbesserung des Mikroklimas in den kleinstrukturierten Flächen des Betriebes. Aktive Beteiligung am Lehrgang „Bodenpraktiker Hopfen“. Ökonomie und Ökologie sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich sehr gut im landwirtschaftlichen Betrieb.

Begründung der Jury

- Umfangreiches Wissen und Erfahrung zu gesunden, lebendigen und humusreichen Böden
- Unermüdliche Wissensweitergabe an alle interessierten Betriebe als Berater und Berufskollege
- Umfangreiche Versuche mit dauerhaften Begrünungen im Hopfengarten
- Entwicklung eines Transfermulch-Systems, um die Mulchbiomasse auf dem Bifang abzulegen
- Umstellen des Ackerbaus auf eine noch weitere Fruchtfolge mit Untersaaten und Zwischenfrüchten mit dem Ziel, die Bodenbearbeitung weiter zu reduzieren und die Bodenbiologie zu fördern

 

Manfred Weller - Biolandwirt mit Marktfruchtbetrieb und Bioland-Ackerbauberater

Schon Ende der 70er-Jahre hat sich Manfred Weller intensiv mit dem Boden auseinandergesetzt, 1980 die erste Fläche ökologisch bewirtschaftet und 1981 den Betrieb auf Ökolandbau umgestellt. Zur gleichen Zeit hat er sich bei Bioland als Berater engagiert und sein Wissen mit den Ackerbaukollegen geteilt. In den 90er-Jahren war er in der Öko-kontrolle tätig sowie als privater Ackerbauberater und seit 2005 nun in Teilzeit als Ackerbauberater beim Bioland Erzeugerring Bayern für das Gebiet Unterfranken zuständig.
Schon vor ca. 15 Jahren hat begonnen, sich mit den Nährstoffverhältnissen im Boden auseinander zu setzen. Durch die genaue Beobachtung der Böden und Mikrobiologie hat er Mitte der 80er-Jahre die Idee vom Pflug-Mulch-System umgesetzt, diese bis heute verfolgt und ein wissenschaftliches Projekt an der TU Dresden zur technischen Umsetzung auf den Weg gebracht.

Begründung der Jury

- Umfangreiches Wissen und Erfahrung zu gesunden, lebendigen und humusreichen Böden
- Jahrzehntelanger erfolgreicher Einsatz zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
- bodenaufbauende Wirtschaftsweise, nachweisliche Verbesserung
- Unermüdliche Wissensweitergabe an alle interessierten Betriebe als Berater und Kollege, auch in Hinblick auf die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftungsweise
- Durch genaues Beobachten entwickelte er eine zukunftsweisende Innovation für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit (Pflug-Mulch-System), welche als Meilenstein in der Bewirtschaftung gepflügter Böden bezeichnet werden kann
- Er sieht grundsätzlich den Boden als Grundlage für gesundes Wasser, Pflanzen, Tiere und damit uns Menschen