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Interessengemeinschaft gesunder Boden - 17.04.2018
Vorstand IG Boden zu Besuch bei Vortrag und Buchpräsentation von
Prinz Dr. Felix zu Löwenstein in Neuburg a. d. Donau

Im Festsaal des Wittelsbacher Schlosses Grünau in Neuburg a. d. Donau fand am 17.April ein besonderer Vortrag statt, der über 150 Zuhörer in die historischen Mauern lockte. Kein geringerer als der Vorstandsvorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft ( BÖLW ) Prinz Dr. Felix zu Löwenstein war Referent und widmete sich den aktuellen Fragen der Welternährung. Er ist nicht nur Vertreter der Biobranche, er gilt auch als bedeutender Kritiker der modernen industriellen Landwirtschaft. Unter dem Titel „FOOD CRASH“ referierte er zum Thema ökologische Landwirtschaft und Ernährung und spannte in dem fast dreistündigen Abend den Bogen von regionalen zu Internationalen Problemen der landwirtschaftlichen Produktionsmechanismen, bis hin zu aktuellen und zukünftigen Ernährungsmissständen.

In seinem jüngsten Buch, das 2017  mit dem Untertitel „ Wir müssen uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“  erschienen ist prangert er die industrielle Landwirtschaft als Ursache für Hunger einerseits und ernährungsbedingte Krankheiten andererseits stark an. „Trotz der anhaltenden Überproduktion von Lebensmitteln habe man es nicht geschafft zu verhindern, dass über 800 Millionen Menschen – jeder siebte bis achte Erdenbewohner – abends hungrig ins Bett gingen. Die Landwirtschaft sei zwar hochproduktiv, aber Ressourcen zerstörend. Denn mit der Erhöhung der Lebensmittelproduktion gingen der Verbrauch von Düngemitteln und Chemikalien  zum Pflanzenschutz einher und damit die Zerstörung der Böden und Verarmung der Biodiversität, „ betont der Referent.

„Eigentlich wäre genug Essen für alle da, trotzdem müssen zu viele hungern,“ so das Eingangscredo diese neu erschienenen Buches. Deshalb müsse man sofort in den Umbau des Systems zu einer gesünderen Landwirtschaft einsteigen, so seine Forderung. Die EU verteile 55 Milliarden Euro jährlich im Gießkannenprinzip an ihre Bauern, sie könnte das Geld auch zur Steuerung in eine ökologische Richtung verwenden, betonte zu Löwenstein am Ende seines Vortrags und forderte die Politik zum schnellen Handeln auf.

Auch die beiden Vorstände Franz Rösl und Christian Amerle, sowie einige Fachbeiräte der IG waren Gäste der interessanten und informativen Veranstaltung, zu der der Agenda 21 Arbeitskreis Konsum und Ernährung der Stadt Neuburg a. d. Donau eingeladen hatte und von der Organisation Slow-Food unterstützt wurde.